Nicht zu wissen, was du nicht weißt…

… kann gefährlicher zu sein, als überhaupt nichts zu wissen! 

Ein Zitat wie dieses habe ich gerade gesucht, als mal wieder auf Facebook ein Beitrag geteilt wurde, der zu sehr viel unterdrückter Wut meinerseits geführt hat, denn ich bin eher selten der Typ, der in den Kommentaren seine Meinung kundtut. Denn in den meisten Fällen ist es nur ein “auf Basis der mir zur Verfügung stehenden Informationen, scheint das, was du gerade behauptest nicht der Fall zu sein”, auch wenn alles in mir schreit “was du sagst, stimmt nicht, da bin ich mir sehr sehr sicher”. Nur gibt es da einen kleinen Aufpasser in meinem Kopf, manchmal auch eher Angstmacher, der mir sagt, so genau weißt du das in Wirklichkeit garnicht. Und tatsächlich hat er Recht. 

Diesen Aufpasser scheinen viele Menschen tatsächlich entweder nicht zu besitzen oder sie überhören ihn einfach. Vielleicht sprechen sie auch einfach seine Sprache nicht, wenn er versucht ihnen zu erklären, dass es da noch sehr viel mehr gibt, was sie wissen müssten, um das, worüber sie sprechen, tatsächlich beurteilen zu können. Das fällt mir sehr besonders häufig beim Thema Ernährung und diversen Mythen auf, aber auch, wenn es um Politik geht. 

Aktueller Auslöser war ein Beitrag eines Menschen mittleren Alters, mit laut Facebookangaben eher weniger ausgeprägter Schulbildung, der sich über Politiker lustig machte (und natürlich den Menschen, die auf deren Hirnwäsche reingefallen sind), die Klimaschutz fordern. Dabei würde Deutschland doch nur zu irgendwas weit unter 1 % zum gesamten CO2 Ausstoßes beitragen. Natürlich ist dieser Mensch auch Impfgegner, hat als einer der wenigen erkannt, dass Schulmedizin Verschwörung ist uns alle krank zu erhalten, damit wir bloß wieder kommen und sie viel Geld verdienen. Außerdem ist er einer Gruppe der Anonymen Intellektuellen beigetreten.  

Irgendwie gehen diese Themen ja meist einher. Der typische “alle, die was zu sagen haben, wollen nur das beste für sich und das schlechteste für alle Anderen”.  

Das ist die Art Mensch, die dafür sorgt, dass gewisse Parteien gewählt werden, weil sie überzeugt sind zu Wissen, zu Verstehen, dabei sehen sie nur bis zu Meeresoberfläche aber sehen nicht die unglaublich komplexe und faszinierende Welt darunter, in der alles auf so viele verschiedene und vor allem unbekannte Weisen zusammenhängt. Bevor ich denke zu Wissen, was da unten abgeht, vertraue ich doch eher den Aussagen eines Meeresbiologen. 

Das, liebe Freunde des Internets, war meine Art, meinem Frust Luft zu machen, an einem regnerischen Sonntag Abend, in meiner neuen Wohnung. Vielleicht hat er ja auch Recht, vielleicht haben all diese Menschen recht und wir glauben nur zu Wissen, dass wir mehr wissen, dadurch, dass wir wissen, was wir alles nicht wissen?

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Authentizität, was ist das eigentlich?

Gedanken am Abend oder auch Dinge, die mich aktuell auf Instagram in den Stories immer mal wieder irgendwie nerven sind die folgenden:

#realtak

„Für mehr Realität auf Instagram“

„Ich möchte authentisch sein“

#Realtak ist ja eigentlich ein Warnsignal, dass die eigene Meinung folgt, die sich in der Regel negativ über irgendetwas äußert. Übersetzt heißt „#Realtalk“ ja eigentlich „Achtung, zu einem gesellschaftliche Problem möchte ich nachfolgend meine Meinung kundtun“. Die Warnung kommt also vorab.

„Für mehr Realität auf Instagram“ soll oft angeben, dass die kunstvoll erstellten und bearbeiten Bilder nicht der Realität entsprechen. In der Theorie finde ich den Ansatz eigentlich ganz gut. Meist kommt es mir aber doch so vor, als wolle sich die Person sich für ihr nicht perfektes Leben/ Aussehen rechtfertigen. Als stünde eine Angst dahinter, die Wahrheit zu zeigen. Also schließt man sich allen Anderen an, die ebenfalls diesen „Hinweis“ hinterlegen. So hat man wenigstens diese „Gruppe“ als imaginäre Stütze im Rücken.

„Ich möchte authentisch sein“ ist der Hinweis, mit dem ich das eigentliche Problem habe. In der lieben Instagram-Welt wird authentisch mit „ich verheimliche euch nicht die negativen Aspekte meines Lebens“ gleichgesetzt. Dr. Wikipedia sagt dazu „Authentizität (…) bedeutet Echtheit im Sinne von „als Original befunden“. Nun die Frage: Kann ich nicht auch authentisch sein und gleichzeitig gewisse Teile meines Lebens für mich behalten? Authentizität bedeutet in meinen Augen, den eigenen Kern nicht verlieren. Man selbst zu sein, so wie man ist. Eben den eigenen Charakter, das eigene Ich nicht verstellen. Mein Charakter, mein Ich, können da sein, auch wenn ich Informationen vorenthalte.

Im Grunde ist Authentizität was wunderbares. Ich finde es gibt keine schöneren Menschen, als diejenigen, die einfach wirklich so sind, wie sie sind (natürlich aber nur soweit, wie sie niemandem damit schaden). Aber der Hinweis authentisch sein zu wollen, hat für mich irgendwie einen negativen Beigeschmack. Es klingt nach Rechtfertigung. Dabei ist es eigentlich das Schönste. Ich kenne persönlich keine schöneren Menschen, als diejenigen, die absolut sie selbst sind und sich auch gar keine (oder zumindest augenscheinlich keine) Gedanken darüber machen. Sie wirken leicht und natürlich und sicher mit sich selbst. Warum also rechtfertigen? Einfach machen und leben!

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Ist Intuitive Ernährung gut zum Abnehmen?

Intuitives Essen oder Essen nach Gefühl wird in letzter Zeit immer populärer und Viele berichten davon, wie sie nach vielen Diäten und Jojoeffekten es erst durch intuitives Essen endlich geschafft haben, dauerhaft abzunehmen. Ist intuitives Essen aber tatsächlich eine gute Methode zum Abnehmen?

Vorab einmal : intuitives Essen ist insgesamt absolut erstrebenswert. Als Kinder werden wir mit einem guten Hungergefühl geboren und können intuitiv erkennen, wann wir Essen benötigen und auch welches Essen wir benötigen. Mit diesem Hungergefühl sollten wir in der Regel ein gesundes Körpergewicht erhalten und alle Nährstoffe aufnehmen können. Leider wird dies den meisten von uns im Laufe des Lebens abgewöhnt. Der Grund hierfür sind unter anderem feste Essenszeiten, der Druck den Teller leer zu machen oder generell Vorschriften, was die Nahrungsaufnahme betrifft, ebenso wie der Einsatz von Essen als Belohnung oder das Verbot/ Schlechtmachen bestimmter Lebensmittel.

Wie ist es nun mit dem intuitiven Abnehmen?

Um durch intuitive Ernährung abnehmen zu können muss zunächst einmal eine Voraussetzung gegeben sein: der Körper muss intuitiv ein niedrigeres Gewicht anstreben. Bei Personen, die zum Beispiel durch Stress oder irgendwelche Umstände zugenommen haben, die meiste Zeit ihres Lebens jedoch eher dünn waren oder zumindest ein gesundes Körpergewicht hatten, kann das durchaus funktionieren. Der Intuition kann so wieder zurück zum „Normalgewicht“ verhelfen. Was aber, wenn du als Kind schon eher übergewichtig warst und das erhöhte Gewicht für deinen Körper „normal“ ist? Der Körper möchte sein Fett furchtbar gern behalten und wird vermutlich auch ganz intuitiv Signale geben, die dazu führen dein Fett zu behalten. Auch für Normalgewichtige, die immer normalgewichtig ware, jedoch eine schlankere Figur wünschen, kann es schwierig werden, da der Körper intuitiv einfach kein Bedürfnis hat, Fett abzugeben.

Wenn man sich die meisten Derer anschaut, die durch intuitive Ernährung abgenommen haben, sind es meist Solche, die früher (sehr) schlank waren und aus irgendwelchen Gründen zugenommen haben. Diese haben dann intuitiv wieder zu ihrem Normalgewicht gefunden.

Ist intuitives Essen nun nutzlos?

Nein, absolut nicht. Es ist nur nötig, den Körper und den Kopf erst einmal in einen Zustand zu bringen, in dem das erstrebte Gewicht „normal“ ist. Ein wichtiger Teil von intuitivem Essen ist meiner Meinung nach jedoch auch, sein (gesundes) Gewicht zu akzeptieren und anzunehmen und den eigenen Körper so zu lieben, wie er ist.

Sich intuitiv ernähren zu können ist meiner Ansicht nach ein sehr erstrebenswerter Zustand. Meiner Meinung nach aber nicht unbedingt (für alle) die geeignetste Methode um abzunehmen.

Wie siehst du das?

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