Base-Level Happiness

Ich glaube, der Montag entwickelt sich so langsam in eine philosophische/ pseudopsychologische Richtung … ich nehme an, ich habe am Wochenende einfach zu viel Zeit zum Nachdenken. Wenn man es genau nimmt, denke ich die ganze Woche über, über solche Dinge nach, nur fehlt mir die Zeit, dies so ausführlich zu tun, dass ich daraus einen Blogpost machen könnte.

Nicht, dass ich jetzt wirklich recherchiert hätte. Die folgenden Dinge sind zu 90% frei nach Laune ganz spontan meinem Kopf entsprungen. Bis auf die Erklärung der Base level Happiness oder auch der Theorie der Hedonic Treadmill. Gelesen hatte ich davon zuerst in dem Blogpost von Heidi Priebe, den ich bereits einmal verlinkt habe. Die Theorie dahinter sagt, dass man ein Happiness Level (ich war mit keinem Übersetzungsversuch zufrieden, also belasse ich es beim Englischen Begriff) hat, zu dem man im Laufe des Lebens immer wieder zurückkehrt. Ähnlich wie der Theorie, dass jeder Körper ein selbst festgelegtes Idealgewicht hat, zu dem er immer wieder zurück zu kehren versucht (in der Regel das, mit dem man das Wachstum beendet).

Ich persönlich bin ziemlich überzeugt davon, dass an der Theorie etwas dran ist. Ich bemerke das insbesondere bei den eher pessimistischen Freunden. Denen kann etwas noch so gutes passieren, die freuen sich eventuell kurz, kehren aber immer schnell wieder zu ihrer Grundstimmung zurück.

Bei mir selbst das Gleiche, nur dass meine Grundstimmung (ich glaube das Wort finde ich passend) glücklicher Weise ziemlich positiv ist. Es können durchaus viele Dinge passieren, die objektiv als sehr negativ zu sehen sind und doch kann mich allein eine ganz kleine Kleinigkeit wieder so glücklich machen, dass meine Stimmung gut ist. Früher habe ich das immer Karma genannt (aber da hatte so mancher etwas gegen). Ich war immer der Meinung, dass auf alles Schlechte, was mir passiert, etwas mindestens genauso Gutes widerfährt. Objektiv gesehen ist dem nicht so, aber die kleinen guten Dinge wiegen für mich einfach sehr hoch.

Mit meiner Migräne hatte ich eine ähnliche Theorie auch schon öfter. Nur andersrum. Oft habe ich in den Tagen/ Wochen vorher ein sehr starkes, grundloses Stimmungshoch. Mein Eintreffen der Migräne ist es wie ein Schlag gegen die Stimmung. Alles was zuvor zu hoch war, ist dann schlagartig das genaue Gegenteil. Alles gleicht sich irgendwie wieder aus. Und irgendwie beruhigt das.

So wie religiöse Menschen ihre Ruhe und Gewissheit in einem Gott finden, so setze ich mein Vertrauen in mein Gehirn und meine Hormone 😀 So seltsam das auch jetzt klingen mag. 😉

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Dinge, über die ich nachdenke…

Einer der für mich besten Artikel, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist der folgende von Heidi Priebe. In diesem Artikel schreibt sie über Dinge, über die sie so nachdenkt. Was ich an dem Artikel toll finde, ist einfach, dass das genau solche Dinge sind, über die ich auch so nachdenke. Heide Priebe und Thought Catalog habe ich durch die (etwas mehr als) intensive Beschäftigung mit den Persönlichkeitstypen nach Myers Briggs kennen gelernt und lese dort sehr gerne (dazu aber ein anderes Mal mehr).

Der Artikel selbst hat mich jedoch auf die Idee gebracht selbst einmal über die Dinge zu schreiben, über die ich so nachdenke. Komplett unwissenschaftlich, komplett subjektiv, komplett unbearbeitet. Nachdem ich die Punkte fertig habe, muss ich sagen, dass das der wohl ehrlichste und seltsamste Post meines Lebens ist.

1. Das Zusammentreffen von Menschen um sich rhythmisch bestimmten Klängen zu bewegen

Das Konstrukt der Diskothek war für mich schon immer irgendwie eine faszinierende Sache. Ich liebe es, aber die Tatsache, dass das so entstanden ist, finde ich sehr komisch. Wir als Menschen finden uns zu in einem ummauerten Klotz zusammen um uns zu Klängen, die so zusammengesetzt sind, dass sie in uns Emotionen auslösen, gemeinsam zu bewegen. Wie das wohl aussehen muss für andere Lebewesen, die das nicht kennen? Wie das wohl aussehen muss, wenn man die Musik nicht hört. Wer ist darauf gekommen so etwas zu machen und vor allem wie ist man darauf gekommen? Ich finde die Vorstellung irgendwie komplett seltsam, wenn man einen Schritt zurück nimmt und guckt, was wir da überhaupt machen.

2. Dass wir in Kästen über den Boden rollen

Es hat tatsächlich jemand ein Gerät erfunden, dass dafür sorgt, dass wir in Sitz-/ Liegender Position knapp über den Boden rollen.

3. Wie Dinge für andere Menschen sind

Sieht mein blau aus, wie dein blau? Ist deine Realität genau die gleiche wie meine oder eine ganz andere? Vielleicht sehen wir das Gleiche, bezeichnen es als das Gleiche aber sehen eigentlich etwas ganz anderes? Schriftlich zu erklären, wie ich das meine, übersteigt leider gerade meine Fähigkeiten, aber ich habe ein Bild in meinem Kopf und ich denke viel darüber nach 😀

4. Was man meint und was andere verstehen

Oft, sehr oft merke ich, dass ich etwas sage und jemand anders etwas anderes versteht. Genauso merke ich, wenn zwei Personen sich unterhalten, was der eine meint und was der andere versteht. Manchmal schaue ich zu ob sie es schaffen, sich zu verstehen, manchmal erkläre ich, weil ich weiß, wie ich das, was Person A sagt sagen muss, sodass Person B versteht, was Person A meint.

Ich stelle mir Unterhaltungen mit anderen Menschen folgendermaßen vor: Ich sage etwas, zum Beispiel ein „hallo“. Das „hallo“ hat viele Facetten, es ist ein Zusammenspiel aus meiner Stimmung, der Person zu der ich es sage, der Umgebung, meiner Persönlichkeit und viele anderen Einflüssen. In meinem Kopf ist mein „hallo“ und alles was ich sage im Ursprung und geht auseinander wie die Krone eines Baums in vielen schimmernden Farben. Wenn ich mit anderen Personen rede oder schreibe merke ich, dass sie nur bestimmte Farben oder nur bestimmte Äste dessen, was ich sage verarbeiten und verstehen. Vielleicht tue ich es bei Ihnen genau so? Vielleicht haben sie statt einem Baum mit vielen Farben einen Regenbogen im Kopf und die Übersetzung von Regenbogen zu Baum funktioniert nicht einwandfrei ?

5. Sind wir vielleicht Spieler unseres eigenen Spiels?

Vielleicht leben ich in einer virtuellen Realität und alle Menschen um mich herum sind programmiert und existieren eigentlich garnicht. Vielleicht ist mein ganzes Leben für meinen Spieler nur ein paar Stunden?

6. Komplexität und Endlosigkeit

Alle genannten Gedanken kann ich bis in die Unendlichkeit weiter führen und immer weitere Dinge finden, die dahinter stecken könnten und es würde nie eine „Endwahrheit“ geben.

7. Menschen zu helfen ist egoistisch

Es gibt verschiedene Gründe, die uns dazu motivieren anderen zu helfen. Eventuell sind wir so erzogen worden, eventuell finden wir selbst, dass es das richtige ist, eventuell macht es uns Spaß eventuell wollen wir gemocht werden. Egal welcher Grund es ist, wenn wir helfen wollen, hat das einen für uns positiven Effekt. Selbstlosigkeit existiert meiner Meinung nach nicht, denn man macht es, weil man sich gut fühlt, wenn man selbstlos ist. Vielleicht denkt man, ja aber das Helfen hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht, ich habe das nur gemacht, weil es sonst keiner getan hat. So hat man seinen Wert, der der Meinung war, dass einer Person von irgendwem geholfen werden muss, erfüllt. Man hat also seinen eigenen Wert irgendwie erfüllt. Man hätte es auch lassen können und ggf. ein schlechtes Gewissen gehabt.

8. Phantasiegespräche 

Eigentlich hatte ich mein ganzes Leben lang Therapeuten. In meinem Kopf. In der Realität über meine Gedanken zu sprechen, fällt mir eher schwer, im Kopf ist das immer ganz einfach. So stelle ich mir vor, wie ich in Zukunft ein Gespräch mit der Person meiner Wahl habe und ihr sage, was ich sagen möchte. Oft denke ich mir, nein, das musst du anders ausdrücken. Sage es nochmal anders, dabei fallen mir wiederum andere Dinge ein, die zu dem Gedanken geführt haben. Und wieder fallen mir Gründe ein, warum ich das denke, was ich denke und diese erzähle ich der Person in meinem Kopf ebenfalls. Oft komme ich irgendwann an einem Ziel an. Weiß, warum ich bestimmte Eigenschaften habe, weiß warum ich mich mit bestimmten Leuten wohler fühle. In den meisten Fällen reagiert die andere Person garnicht. Ich führe einen Monolog. Manchmal konstruiere ich in meinem Kopf auch nur einen Facebook Post für eine Gruppe, den ich nachher garnicht mehr posten muss, weil ich durch Umgestaltung schon selbst auf die Antwort gekommen bin oder mich der ursprüngliche Gedanke garnicht mehr interessiert.

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Ist das Kunst oder kann das weg?

Eigentlich wollte ich heute über etwas leicht anderes schreiben, aber da kam mir auf der Zugfahrt so ein Gedanke. Dazu zunächst einmal ein wenig Hintergrundwissen:

Ich habe schon immer gerne Dinge auf Social Media geteilt. Damals zu Teenager Zeiten hat es angefangen mit Knuddels, wo wir unsere eigene Homepage erstellt haben, später ging es zu Myspace, Myfirsthomepage, SchülerVz/StudiVz, Myblog und irgendwann zu Blogger. Inzwischen sind Instagram, Facebook und WhatsApp sowie WordPress meine Plattformen. Ich kenne viele Menschen, die das, was ich betreibe als „oversharing“ beschreiben und es nicht verstehen können. Privatsphäre geht fremde Menschen doch nichts an und es interessiert doch auch niemanden, was ich heute Mittag gegessen habe.

Vor Kurzem habe ich ein neues Projekt begonnen für das ich recht viel auf Facebook teile, was ich bisher immer vermieden habe. Facebook war für mich für „echte“ Freunde und diese wollte ich nicht nerven. Bei Fremden, war mir recht egal, was sie denken, können mir ja entfolgen. Facebook ist da wieder eine etwas andere Sache, finde ich. Und trotzdem war da immer der Wunsch zu teilen. Nun habe ich mich endlich getraut und war eigentlich bis auf gelegentliche Panikgedanken recht glücklich darüber. Jedoch habe ich heute einen Post einer meiner Kontakte darüber gesehen, wie es wäre wenn Menschen in der echten Welt auf Fremde zugehen würden und erzählen, was sie gerade gemacht haben, denen Fotos von ihrem Meerschwein zeigen etc. Was dieser Beitrag aussagen soll, ist nicht schwer zu erkennen. Meine erste Reaktion war, mich schlecht zu fühlen und mein neues Projekt zu bereuen. Ich verstehe es vollkommen, dass Leute das komisch finden, wenn jemand online viel von sich preisgibt. Insbesondere wenn es Themen sind, die einen selbst nicht interessieren. Vielen fällt es ja doch noch schwer zu verstehen, dass andere Menschen einfach andere Wertvorstellungen und Interessen haben, als man selbst.

Dann habe ich allerdings darüber nachgedacht. Jeder Mensch drückt sich anders aus. Meine Ausdrucksform ist es, mich online mit zu teilen. Als introvertierter Mensch macht es mich müde, Kontakt mit echten Menschen in näherer Umgebung zu haben (und dabei geht es nicht um Menschen, die ich nicht mag, sondern auch die, die ich über alles liebe). Ich bin gerne alleine in Ruhe in meinem Zimmer und habe von dort aus selbstbestimmte Dosen von Kontakt mit der Außenwelt. Ich brauche die Ruhe, nicht nur für meine geistige, sondern auch meine körperliche Gesundheit. Ja aber warum teilst du dann nicht einfach nur Dinge mit deinen engsten Freunden? Schreib doch jemanden an, dem du das mitteilen möchtest? – Mein Mitteilungsbedürfnis ist groß und ich will einzelnen Personen nicht auf den Sack gehen um es kurz zu sagen ;). Außerdem möchte ich mehr Menschen erreichen, als nur meinen Freundeskreis. Ich möchte Menschen dazu bewegen, selbst motiviert zu sein, vielleicht selbst fitter zu werden, vielleicht einfach nur das zu tun, was sie wirklich tun wollen, vielleicht einfach nur, sie selbst zu sein. Ich möchte quasi etwas bewegen.

Die für mich wichtigste Erkenntnis war es aber, dass es für mich eine Ausdrucksform ist. Warum wird es gefeiert, wenn ein Sänger in einem Lied eine Trennung oder ein Trauma verarbeitet, wenn man seinen Lebensweg mit z.B. Gesundheit und Fitness oder vielleicht Make Up und Mode teilt, ist das „oversharing“ und zu viel Preisgeben des privaten Lebens? Sind es nicht alles Arten und Weisen wie wir uns selbst ausdrücken? Ist es dann nicht alles irgendwie eine Form von Kunst?

Genau wie es nicht jeden interessiert, wie manche ihr Leben führen, andere fit werden, so interessiert auch nicht jeden eine bestimmte Musikrichtung oder Malerei. Doch gibt es für alle Nischen irgendwo Menschen, die es interessiert. Warum sollte man sich also verstecken? Die eigene Kunstform ausschließlich engeren angehörigen und echten Personen zeigen?

Wer etwas zu sagen oder zu zeigen hat, sollte das tun und wer es nicht sehen oder hören möchte, der wird schließlich nicht gezwungen 🙂

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