Warum jeder mal alleine reisen sollte

Eine Reise alleine konnte ich mir nie so richtig vorstellen. Es fing schon bei dem Gedanken an, alleine Essen zu gehen, welcher für mich eher unvorstellbar wirkte. Menschen, die sich alleine in ein Café oder Restaurant gesetzt haben, habe ich lange Zeit bewundert. Inzwischen habe ich festgestellt, dass das garnicht so schlimm ist. Ich bin zwar noch nicht von „Restaurantkette“ zu normalem Restaurant aufgestiegen, aber der Anfang ist gemacht. 😉

Bei mir als introvertierter Menschen haben sich die meisten Bedenken eigentlich um die Fragen „schaffe ich das alleine?“ und „was denken die anderen Menschen wohl von mir, wenn ich alleine unterwegs bin?“ gedreht. Ich nehme an meine extrovertierten Freunde würde eher die Frage „ist das nicht zu langweilig, wenn man niemanden zum Reden hat?“ beschäftigen. Dann wiederum gibt es Menschen, für die alleine reisen sowieso kein Problem ist, da sie sowieso laufend Kontakte knüpfen.

In diesem Blogbeitrag soll es aber eher um das Alleinsein auf Reisen. Das Unabhängig sein von anderen Menschen und die absolute Freiheit. Ich spreche also von einer Reise, auf der möglichst wenig vorab geplant ist, was für so manchen Plan-Freund wahrscheinlich ein Graus ist, aber glaubt mir, es lohnt sich!

Vorab möchte ich noch kurz sagen, dass ich bisher noch nicht so richtig alleine gereist bin. Den Reiseweg selbst lege ich in der Regel allein zurück, übernachte jedoch dann am Zielort bei Freunden und erkunde tagsüber allein die Gegend.

Was sind also die Vorteile vom alleine Reisen?

1. Man muss nichts planen

Wie bereits gesagt, dieser Punkt, könnte für ein paar Personen eher auf die „Nachteilsliste“ gehören. Das Nicht-Planen sorgt jedoch dafür, dass wir die Möglichkeit haben, je nach Situation auf unser Bauchgefühl zu hören. Natürlich kann es hilfreich sein Züge/ Flüge oder Mitfahrgelegenheiten vorab zu buchen, aber auch das muss nicht sein. Des Öfteren habe ich den Rückweg nicht gebucht und spontan entschieden, wann es zurück ging. Eine Fahrt mit dem Flixbus ist innerhalb Deutschlands Gott sei Dank sehr flexibel buchbar und auch ziemlich kostengünstig.

2. Man sieht mehr 

Ist man mit Anderen unterwegs, unterhält man sich, achtet aufeinander und wenn man ein guter Zuhörer ist, blendet man die Umgebung aus, während die andere Person spricht. Ich bemerke bei mir selbst so oft, dass ich mir die Wege nicht einpräge, wenn ich mit jemand Anderem gehe, der den Weg kennt. Bin ich jedoch alleine unterwegs, sehe ich so viel mehr von dem, was mich umgibt. Mir fallen Kleinigkeiten auf, die mir sonst nicht so aufgefallen wären. Man nimmt die Umgebung quasi mit ganz anderen Augen wahr.

3. Man muss sich mit Niemandem absprechen

Dieser Punkt ist für mich persönlich sehr entscheidend. Das liegt aber auch daran, dass ich generell nicht so der „Teamplayer“ bin. Ich kann durchaus in Bewerbungen angeben, dass ich Teamfähig bin, jedoch eher in der Hinsicht, dass ich sehr sehr Kompromissbereit bin. Diese Eigenschaft wird mir dann zum Verhängnis, wenn es darum geht, Dinge zu erleben, die ich erleben möchte. Schlimmer, als Dinge nicht zu erleben, ist es Dinge zu erleben, mit dem Wissen, dass die andere Person eigentlich keine Lust darauf hat. Das versaut quasi das ganze Erlebnis. Eine weitere Sache, die ich nicht mag, ist ewig zu überlegen, bevor man eine Entscheidung trifft (die ich selbst für mich meist eigentlich schon getroffen habe).

PS: Wenn ihr mal in Berlin seid, schaut unbedingt bei Brammibal vorbei! 😉

Das klingt nun so, als sei Punkt 3 nur für Diejenigen wertvoll, die sich nicht gerne absprechen. Ich finde jedoch, dass jeder etwas davon hat. Man kann auf diese Weise vollkommen im Moment sein, auf seine Intuition bzw. sein Bauchgefühl hören. Man kann den Weg in Richtung Kaufhaus einschlagen, den Wegweiser zum Park sehen und ohne groß drüber nachzudenken abbiegen und den Plan ändern. Kein stehen bleiben, darüber nachdenken, ob das jetzt alle Parteien wollen, ob die Zeit dafür da ist, ob dies oder das jetzt sinnvoller wäre, oder ob man das nicht an einem anderen Tag machen sollte. Man kann einfach losgehen.

 

4. Man hat viel Zeit zum Nachdenken

Ist man alleine unterwegs, lernt man sich meiner Meinung nach ganz gut kennen. Jedes Mal nachdem ich alleine gereist bin, ob nun eine lange Zugfahrt, einen Tag mit der Bahn durch Berlin und seine Stadt oder eben durch Parks, habe ich wieder ein bisschen mehr zu mir selbst und dem, was ich eigentlich will gefunden.

5. Extra für die Extrovertierten (vielleicht auch einige Intros)

Ihr lernt viele viele neue Menschen, deren Geschichten und Persönlichkeiten kennen.

 

 

Wie gesagt, bisher ging es für mich nur zu Freunden nach Berlin, wo ich die Tage alleine verbracht habe. Demnächst würde ich aber gerne einmal allein ins Ausland gehen. Wohin, wer weiß? Ich kann ja alleine planen, oder auch eben nicht 😉

 

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Sommerurlaub 2018 – Malága

Mein letzter richtiger Urlaub fand im Frühjahr 2009, zur Feier des Abiturs statt. Es ging nach Magdalena in Portugal, da meine Tante dort ein kleines Ferienhaus hatte. Einen richtigen Urlaub, in dem ich mehr als zwei Tage weggefahren bin um wirklich „Urlaub“ zu machen, gab es seitdem nicht. Grund war vor allem das Studentengehalt/ Bafög und die nicht vorhandene Auswahl an Personen, die zur gleichen Zeit, die gleichen Urlaubsziele und Geld zur Verfügung hatten. Man könnte jetzt meinen 2-3 Tage Aufenthalt zum Besuch einer Freundin in England fast als Urlaub zählen oder den Besuch eines Freundes in Berlin. Aber näääh. Richtiger Urlaub, ist für mich, wenn alle Parteien, die mit sind, Urlaub machen.

Gott sei Dank, wollte mein bester Freund dieses Jahr ebenfalls in Urlaub fahren. Nach langem hin und her haben wir genau das Urlaubsziel, das ich von Anfang an im Kopf hatte ausgewählt: Malaga. Gebucht per Pauschalreise. Unter 400€ für 7 Tage Spanien inkl. Flug und Hotel (ohne Verpflegung).

Am 11. August ging es los. Ich kam gerade vom Haldern Pop Festival und bin um 21:23 mit dem Bus/ Zug zum Flughafen. Um 0:55 kam ich an. Mein Freund kam aus fernen Bundesländern mit dem Flixbus angereist und war knapp eine Stunde später dort. Nun hieß es warten zwischen schlafenden Obdachlosen und ein paar wenigen anderen Fluggästen auf den nächsten Morgen. Der Flug ging um 06:40.

Knapp 3 Stunden später sind wir in Malaga gelandet und ich muss sagen, es war warm. Ziemlich schwül um genau zu sein, denn die 27°C dort haben sich ca. 20°C wärmer angefühlt, als die 27°C in Deutschland.

Im Hotel angekommen haben wir gelernt, dass wir erst um 15 Uhr einchecken konnten und so haben wir unser Handgepäck dort gelassen und sind (in langer Jeans) zu allererst einmal in Richtung Strand gelaufen.

Es ist dort ziemlich bergig und auch recht steil. Ein Traum eines jeden Fahrschülers, der lernen muss, am Berg anzufahren :D. Ich finde es dort wunderschön. Aber in der Hitze mit langen Klamotten die Berge rauf und runter zu laufen ist kein Spaß. Wir sind also erstmal ein wenig am Meer entlang gelaufen und haben irgendwann etwas zu trinken und essen gekauft. Hangry ist mein zweiter Vorname. Seiner auch. Gefunden haben wir ein kleines Restaurant am Strand. Ein wenig suspekt war es. Gut englisch sprechen konnte dort niemand, wir waren die einzigen Gäste und das vegetarische Gericht wollte man uns nicht geben. Wir haben also nur ein Gericht bestellt und ich habe davon die Pommes gegessen. Wenigstens das Wasser war dort ohne Sprudel. Immerhin hatte man uns noch erklärt, wo Sonntags noch ein Supermarkt offen hatte (wir brauchten ja was zu essen). Also noch einmal 1,5 km weiter und zu einem kleinen Touristen-Strand-Supermarkt. Es gab immerhin Kokosmilch.

 Hier unser kleiner neuer Freund, den wir im Restaurant kennen gelernt haben.

Wenn du mit einer Person unterwegs bist, die öfter mal ein „lass uns mal den Weg ausprobieren“ in den Raum wirft und sich weder von Verstand, noch von Google Maps vom Gegenteil überzeugen lässt, läuft man oft ziemlich weit, nur um dann wieder umdrehen zu müssen, weil Sackgasse oder heeeeey wir müssten da noch ca. 5 km weiter bergauf laufen um dann irgendwann wieder auf die Richtige Spur zu kommen. Allerdings sieht man so auch so nette Bäumchen. Mit Weihnachtsschmuck. Im August.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben, richtig gegessen haben, sind wir nochmal runter an den Strand um doch ein klein wenig ins Wasser zu gehen. Auch am Abend war es noch schön warm und vor allem ruhig.

Die nächsten Tage haben wir uns vorgenommen, mindestens einmal am Tag an und ins Meer zu gehen. Und hey, sogar ich bin einmal braun geworden. Auch wenn man das nur erkennt, wenn ich meine noch weißen Stellen zum Vergleich zeige 😀

Tag 1 hieß einkaufen. Wir sind mit dem Zug gefahren und haben einen Lidl aufgesucht. Ich habe in der Zeit in Malaga gelernt, dass es schon seehr schwer ist vegan dort zu essen als Tourist. In den Restaurants ist es nahezu unmöglich, in Supermärkten gibt es vereinzelt Fleischersatz, jedoch kaum. Tofu habe ich in den 6 Supermärkten, in denen wir waren, keinen gefunden. Einer hatte Sojajoghurts. Pflanzendrinks gab es jedoch überall im Überfluss.

Tag 2 stand ein Aquapark auf dem Plan. 30€ hat der Eintritt gekostet, 5€ für ein Schließfach und ewiges Anstehen an den Rutschen. Ich glaube auf 3en war ich drauf. Er auf 4. Der Rest hatte zu lange Wartezeiten und irgendwann hatten wir keine Lust mehr und uns gedacht, ans Meer fahren macht mehr Sinn.

Tag 3 ging nach Malaga in die Stadt. Da wir etwas Außerhalb wohnten, sind wir mit dem Zug ca. 20 Minuten dorthin gefahren. Zufällig war an dem Tag Flamenco Festival und überall liefen Frauen in Kleidern rum. Ich finde Malaga ist ein krasses Beispiel für den Mix aus Arm und Reich. Man hat die reichsten, modernsten Ecken und zwei cm. weiter Müll und Obdachlose. 

Tag 4 war Pause angesagt. Also eigentlich wieder Meer.

Tag 5 sind wir in die andere Richtung die Küste entlang gefahren. Fuengirola hieß die Stadt glaube ich. Sie hat uns wesentlich besser gefallen, als Malaga. Wie ein kleines Fischerdörfchen von der Optik. Wesentlich sauberer, allerdings auch wesentlich touristischer. Die Strände waren voll mit Liegestühlen, Angeboten und vor allem Strandrestaurants. Wir haben dort nach einem Restaurant mit vegetarischer Option gesucht. Fehlanzeige. Nach 10 Restaurants kam eins, welches immerhin ne Pizza Vegetaria angeboten hat. Musste ich dann nehmen. Ohne Käse ging nicht. War nämlich ne Fertigpizza mit Gemüse drauf geworfen…. Aber vorab gab’s Oliven und die waren der Wahnsinn!

Unseren letzten Tag haben wir einen anderen Strand aufgesucht, der uns überhaupt nicht gefallen hat. Also sind wir wieder zurück zum Hotel, haben langsam angefangen die Sachen zu packen, dort noch ein wenig zu entspannen und haben meinen Wunsch den Berg hoch zu laufen, um eine Burg zu besichtigen erfüllt. Es ging also 2km lang bergauf (in Sportklamotten), mit super Aussicht.

Oben angekommen waren wir wohl die Einzigen, die nicht in teuren Klamotten und fancy Kleidern dort waren. Der Ort wurde scheinbar hauptsächlich zum Fotos machen genutzt. Aber hey, für mich hat es sich gelohnt. Die Burg war ziemlich faszinierend und die Wanderung hat mir Spaß gemacht.

Anschließend sind wir einen anderen Weg zurück, nochmal am Strand entlang und zu guter Letzt zurück um Abend zu essen. Gegen 23 Uhr sind wir noch ein letztes Mal zum Strand, da wir die Flut für den Zeitpunkt herausgefunden hatten und schauen wollten, wie hoch das Wasser steht. Im Dunklen am Wasser zu sitzen finde ich hat irgendwie immer was sehr beruhigendes.

Am nächsten Morgen ging es dann um 7 Uhr zum Flughafen und zurück zu Good old Germany.

Es war mein erstes Mal in Spanien und was ich vor allem gemerkt habe, ist, dass es sich gelohnt hat, vorher ein wenig Spanisch zu lernen mit Duolingo. Gerade was das Lesen von Zutaten angeht, hat das doch sehr geholfen! Es war auf jeden Fall ein Urlaub, der sich gelohnt hat!

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