Sommerurlaub 2018 – Malága

Mein letzter richtiger Urlaub fand im Frühjahr 2009, zur Feier des Abiturs statt. Es ging nach Magdalena in Portugal, da meine Tante dort ein kleines Ferienhaus hatte. Einen richtigen Urlaub, in dem ich mehr als zwei Tage weggefahren bin um wirklich „Urlaub“ zu machen, gab es seitdem nicht. Grund war vor allem das Studentengehalt/ Bafög und die nicht vorhandene Auswahl an Personen, die zur gleichen Zeit, die gleichen Urlaubsziele und Geld zur Verfügung hatten. Man könnte jetzt meinen 2-3 Tage Aufenthalt zum Besuch einer Freundin in England fast als Urlaub zählen oder den Besuch eines Freundes in Berlin. Aber näääh. Richtiger Urlaub, ist für mich, wenn alle Parteien, die mit sind, Urlaub machen.

Gott sei Dank, wollte mein bester Freund dieses Jahr ebenfalls in Urlaub fahren. Nach langem hin und her haben wir genau das Urlaubsziel, das ich von Anfang an im Kopf hatte ausgewählt: Malaga. Gebucht per Pauschalreise. Unter 400€ für 7 Tage Spanien inkl. Flug und Hotel (ohne Verpflegung).

Am 11. August ging es los. Ich kam gerade vom Haldern Pop Festival und bin um 21:23 mit dem Bus/ Zug zum Flughafen. Um 0:55 kam ich an. Mein Freund kam aus fernen Bundesländern mit dem Flixbus angereist und war knapp eine Stunde später dort. Nun hieß es warten zwischen schlafenden Obdachlosen und ein paar wenigen anderen Fluggästen auf den nächsten Morgen. Der Flug ging um 06:40.

Knapp 3 Stunden später sind wir in Malaga gelandet und ich muss sagen, es war warm. Ziemlich schwül um genau zu sein, denn die 27°C dort haben sich ca. 20°C wärmer angefühlt, als die 27°C in Deutschland.

Im Hotel angekommen haben wir gelernt, dass wir erst um 15 Uhr einchecken konnten und so haben wir unser Handgepäck dort gelassen und sind (in langer Jeans) zu allererst einmal in Richtung Strand gelaufen.

Es ist dort ziemlich bergig und auch recht steil. Ein Traum eines jeden Fahrschülers, der lernen muss, am Berg anzufahren :D. Ich finde es dort wunderschön. Aber in der Hitze mit langen Klamotten die Berge rauf und runter zu laufen ist kein Spaß. Wir sind also erstmal ein wenig am Meer entlang gelaufen und haben irgendwann etwas zu trinken und essen gekauft. Hangry ist mein zweiter Vorname. Seiner auch. Gefunden haben wir ein kleines Restaurant am Strand. Ein wenig suspekt war es. Gut englisch sprechen konnte dort niemand, wir waren die einzigen Gäste und das vegetarische Gericht wollte man uns nicht geben. Wir haben also nur ein Gericht bestellt und ich habe davon die Pommes gegessen. Wenigstens das Wasser war dort ohne Sprudel. Immerhin hatte man uns noch erklärt, wo Sonntags noch ein Supermarkt offen hatte (wir brauchten ja was zu essen). Also noch einmal 1,5 km weiter und zu einem kleinen Touristen-Strand-Supermarkt. Es gab immerhin Kokosmilch.

 Hier unser kleiner neuer Freund, den wir im Restaurant kennen gelernt haben.

Wenn du mit einer Person unterwegs bist, die öfter mal ein „lass uns mal den Weg ausprobieren“ in den Raum wirft und sich weder von Verstand, noch von Google Maps vom Gegenteil überzeugen lässt, läuft man oft ziemlich weit, nur um dann wieder umdrehen zu müssen, weil Sackgasse oder heeeeey wir müssten da noch ca. 5 km weiter bergauf laufen um dann irgendwann wieder auf die Richtige Spur zu kommen. Allerdings sieht man so auch so nette Bäumchen. Mit Weihnachtsschmuck. Im August.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben, richtig gegessen haben, sind wir nochmal runter an den Strand um doch ein klein wenig ins Wasser zu gehen. Auch am Abend war es noch schön warm und vor allem ruhig.

Die nächsten Tage haben wir uns vorgenommen, mindestens einmal am Tag an und ins Meer zu gehen. Und hey, sogar ich bin einmal braun geworden. Auch wenn man das nur erkennt, wenn ich meine noch weißen Stellen zum Vergleich zeige 😀

Tag 1 hieß einkaufen. Wir sind mit dem Zug gefahren und haben einen Lidl aufgesucht. Ich habe in der Zeit in Malaga gelernt, dass es schon seehr schwer ist vegan dort zu essen als Tourist. In den Restaurants ist es nahezu unmöglich, in Supermärkten gibt es vereinzelt Fleischersatz, jedoch kaum. Tofu habe ich in den 6 Supermärkten, in denen wir waren, keinen gefunden. Einer hatte Sojajoghurts. Pflanzendrinks gab es jedoch überall im Überfluss.

Tag 2 stand ein Aquapark auf dem Plan. 30€ hat der Eintritt gekostet, 5€ für ein Schließfach und ewiges Anstehen an den Rutschen. Ich glaube auf 3en war ich drauf. Er auf 4. Der Rest hatte zu lange Wartezeiten und irgendwann hatten wir keine Lust mehr und uns gedacht, ans Meer fahren macht mehr Sinn.

Tag 3 ging nach Malaga in die Stadt. Da wir etwas Außerhalb wohnten, sind wir mit dem Zug ca. 20 Minuten dorthin gefahren. Zufällig war an dem Tag Flamenco Festival und überall liefen Frauen in Kleidern rum. Ich finde Malaga ist ein krasses Beispiel für den Mix aus Arm und Reich. Man hat die reichsten, modernsten Ecken und zwei cm. weiter Müll und Obdachlose. 

Tag 4 war Pause angesagt. Also eigentlich wieder Meer.

Tag 5 sind wir in die andere Richtung die Küste entlang gefahren. Fuengirola hieß die Stadt glaube ich. Sie hat uns wesentlich besser gefallen, als Malaga. Wie ein kleines Fischerdörfchen von der Optik. Wesentlich sauberer, allerdings auch wesentlich touristischer. Die Strände waren voll mit Liegestühlen, Angeboten und vor allem Strandrestaurants. Wir haben dort nach einem Restaurant mit vegetarischer Option gesucht. Fehlanzeige. Nach 10 Restaurants kam eins, welches immerhin ne Pizza Vegetaria angeboten hat. Musste ich dann nehmen. Ohne Käse ging nicht. War nämlich ne Fertigpizza mit Gemüse drauf geworfen…. Aber vorab gab’s Oliven und die waren der Wahnsinn!

Unseren letzten Tag haben wir einen anderen Strand aufgesucht, der uns überhaupt nicht gefallen hat. Also sind wir wieder zurück zum Hotel, haben langsam angefangen die Sachen zu packen, dort noch ein wenig zu entspannen und haben meinen Wunsch den Berg hoch zu laufen, um eine Burg zu besichtigen erfüllt. Es ging also 2km lang bergauf (in Sportklamotten), mit super Aussicht.

Oben angekommen waren wir wohl die Einzigen, die nicht in teuren Klamotten und fancy Kleidern dort waren. Der Ort wurde scheinbar hauptsächlich zum Fotos machen genutzt. Aber hey, für mich hat es sich gelohnt. Die Burg war ziemlich faszinierend und die Wanderung hat mir Spaß gemacht.

Anschließend sind wir einen anderen Weg zurück, nochmal am Strand entlang und zu guter Letzt zurück um Abend zu essen. Gegen 23 Uhr sind wir noch ein letztes Mal zum Strand, da wir die Flut für den Zeitpunkt herausgefunden hatten und schauen wollten, wie hoch das Wasser steht. Im Dunklen am Wasser zu sitzen finde ich hat irgendwie immer was sehr beruhigendes.

Am nächsten Morgen ging es dann um 7 Uhr zum Flughafen und zurück zu Good old Germany.

Es war mein erstes Mal in Spanien und was ich vor allem gemerkt habe, ist, dass es sich gelohnt hat, vorher ein wenig Spanisch zu lernen mit Duolingo. Gerade was das Lesen von Zutaten angeht, hat das doch sehr geholfen! Es war auf jeden Fall ein Urlaub, der sich gelohnt hat!

Weiterlesen