Dinge, über die ich nachdenke…

Einer der für mich besten Artikel, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist der folgende von Heidi Priebe. In diesem Artikel schreibt sie über Dinge, über die sie so nachdenkt. Was ich an dem Artikel toll finde, ist einfach, dass das genau solche Dinge sind, über die ich auch so nachdenke. Heide Priebe und Thought Catalog habe ich durch die (etwas mehr als) intensive Beschäftigung mit den Persönlichkeitstypen nach Myers Briggs kennen gelernt und lese dort sehr gerne (dazu aber ein anderes Mal mehr).

Der Artikel selbst hat mich jedoch auf die Idee gebracht selbst einmal über die Dinge zu schreiben, über die ich so nachdenke. Komplett unwissenschaftlich, komplett subjektiv, komplett unbearbeitet. Nachdem ich die Punkte fertig habe, muss ich sagen, dass das der wohl ehrlichste und seltsamste Post meines Lebens ist.

1. Das Zusammentreffen von Menschen um sich rhythmisch bestimmten Klängen zu bewegen

Das Konstrukt der Diskothek war für mich schon immer irgendwie eine faszinierende Sache. Ich liebe es, aber die Tatsache, dass das so entstanden ist, finde ich sehr komisch. Wir als Menschen finden uns zu in einem ummauerten Klotz zusammen um uns zu Klängen, die so zusammengesetzt sind, dass sie in uns Emotionen auslösen, gemeinsam zu bewegen. Wie das wohl aussehen muss für andere Lebewesen, die das nicht kennen? Wie das wohl aussehen muss, wenn man die Musik nicht hört. Wer ist darauf gekommen so etwas zu machen und vor allem wie ist man darauf gekommen? Ich finde die Vorstellung irgendwie komplett seltsam, wenn man einen Schritt zurück nimmt und guckt, was wir da überhaupt machen.

2. Dass wir in Kästen über den Boden rollen

Es hat tatsächlich jemand ein Gerät erfunden, dass dafür sorgt, dass wir in Sitz-/ Liegender Position knapp über den Boden rollen.

3. Wie Dinge für andere Menschen sind

Sieht mein blau aus, wie dein blau? Ist deine Realität genau die gleiche wie meine oder eine ganz andere? Vielleicht sehen wir das Gleiche, bezeichnen es als das Gleiche aber sehen eigentlich etwas ganz anderes? Schriftlich zu erklären, wie ich das meine, übersteigt leider gerade meine Fähigkeiten, aber ich habe ein Bild in meinem Kopf und ich denke viel darüber nach 😀

4. Was man meint und was andere verstehen

Oft, sehr oft merke ich, dass ich etwas sage und jemand anders etwas anderes versteht. Genauso merke ich, wenn zwei Personen sich unterhalten, was der eine meint und was der andere versteht. Manchmal schaue ich zu ob sie es schaffen, sich zu verstehen, manchmal erkläre ich, weil ich weiß, wie ich das, was Person A sagt sagen muss, sodass Person B versteht, was Person A meint.

Ich stelle mir Unterhaltungen mit anderen Menschen folgendermaßen vor: Ich sage etwas, zum Beispiel ein „hallo“. Das „hallo“ hat viele Facetten, es ist ein Zusammenspiel aus meiner Stimmung, der Person zu der ich es sage, der Umgebung, meiner Persönlichkeit und viele anderen Einflüssen. In meinem Kopf ist mein „hallo“ und alles was ich sage im Ursprung und geht auseinander wie die Krone eines Baums in vielen schimmernden Farben. Wenn ich mit anderen Personen rede oder schreibe merke ich, dass sie nur bestimmte Farben oder nur bestimmte Äste dessen, was ich sage verarbeiten und verstehen. Vielleicht tue ich es bei Ihnen genau so? Vielleicht haben sie statt einem Baum mit vielen Farben einen Regenbogen im Kopf und die Übersetzung von Regenbogen zu Baum funktioniert nicht einwandfrei ?

5. Sind wir vielleicht Spieler unseres eigenen Spiels?

Vielleicht leben ich in einer virtuellen Realität und alle Menschen um mich herum sind programmiert und existieren eigentlich garnicht. Vielleicht ist mein ganzes Leben für meinen Spieler nur ein paar Stunden?

6. Komplexität und Endlosigkeit

Alle genannten Gedanken kann ich bis in die Unendlichkeit weiter führen und immer weitere Dinge finden, die dahinter stecken könnten und es würde nie eine „Endwahrheit“ geben.

7. Menschen zu helfen ist egoistisch

Es gibt verschiedene Gründe, die uns dazu motivieren anderen zu helfen. Eventuell sind wir so erzogen worden, eventuell finden wir selbst, dass es das richtige ist, eventuell macht es uns Spaß eventuell wollen wir gemocht werden. Egal welcher Grund es ist, wenn wir helfen wollen, hat das einen für uns positiven Effekt. Selbstlosigkeit existiert meiner Meinung nach nicht, denn man macht es, weil man sich gut fühlt, wenn man selbstlos ist. Vielleicht denkt man, ja aber das Helfen hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht, ich habe das nur gemacht, weil es sonst keiner getan hat. So hat man seinen Wert, der der Meinung war, dass einer Person von irgendwem geholfen werden muss, erfüllt. Man hat also seinen eigenen Wert irgendwie erfüllt. Man hätte es auch lassen können und ggf. ein schlechtes Gewissen gehabt.

8. Phantasiegespräche 

Eigentlich hatte ich mein ganzes Leben lang Therapeuten. In meinem Kopf. In der Realität über meine Gedanken zu sprechen, fällt mir eher schwer, im Kopf ist das immer ganz einfach. So stelle ich mir vor, wie ich in Zukunft ein Gespräch mit der Person meiner Wahl habe und ihr sage, was ich sagen möchte. Oft denke ich mir, nein, das musst du anders ausdrücken. Sage es nochmal anders, dabei fallen mir wiederum andere Dinge ein, die zu dem Gedanken geführt haben. Und wieder fallen mir Gründe ein, warum ich das denke, was ich denke und diese erzähle ich der Person in meinem Kopf ebenfalls. Oft komme ich irgendwann an einem Ziel an. Weiß, warum ich bestimmte Eigenschaften habe, weiß warum ich mich mit bestimmten Leuten wohler fühle. In den meisten Fällen reagiert die andere Person garnicht. Ich führe einen Monolog. Manchmal konstruiere ich in meinem Kopf auch nur einen Facebook Post für eine Gruppe, den ich nachher garnicht mehr posten muss, weil ich durch Umgestaltung schon selbst auf die Antwort gekommen bin oder mich der ursprüngliche Gedanke garnicht mehr interessiert.

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