Körperanalyse #1: Hautfaltenmessung

Ich wünsche euch einen frohen Sonntag 🙂 Und weil man an diesem tollen Tag ganz besonders gerne an seinen Körperfettanteil denkt, möchte ich euch heute Teil 1 der Körperanalysemethoden vorstellen: Die Hautfaltenmessung mit dem Caliper nach Durnin & Womersley (1974) an 4 Körperstellen.

Was wird gemacht?

Bei dieser Methode wird an insgesamt 4 Stellen des Oberkörpers die dicke der Hautfalte inklusive subkutanem Fett gemessen (Bizeps, Triceps, unter dem Schulterblatt, am Hüftknochen). Das Ganze wird 3 x wiederholt und der jeweilige Durchschnittswert genommen. Zum Schluss werden die 4 Werte zusammengerechnet und an Hand einer Tabelle lässt sich der Körperfettanteil bestimmen. Klingt erstmal sehr ungenau. Wie man zu den Werten dieser Tabelle gekommen ist, erkläre ich darum hier:

Hintergründe

Zunächst einmal wurden ein Haufen Menschen jeweils im Wasser gewogen (ihr wisst ja, durch die Dichte des Fetts ist man im Wasser leichter, wodurch sich der Körperfettanteil sehr sehr genau bestimmen lässt). Zusätzlich wurden die Hautfalten gemessen und auf Basis all dieser Werte der jeweilige Körperfettanteil bei einer bestimmten Hautfaltensumme jeweils für Männer und Frauen in bestimmten Altersgruppen festgestellt.  Dazu ist genau geregelt, in welchem Winkel der Caliper gehalten werden muss, wie weit die Hautfalte herausgezogen werden muss etc.

Genauigkeit

Schief gehen kann die Sache, wenn derjenige, der die Werte abnimmt, nicht geübt ist. Ich kann euch aus Erfahrung sagen, dass gerade der Punkt an der Hüfte sehr sehr schwer zu finden ist und auch den Triceps finde ich bei Frauen eher kompliziert, da sich am Winkeärmchen oft nicht nur Fett, Muskel und Haut, sondern auch weiteres ‚unnötiges‘ Gewebe befindet. Weitere Fehler können auftauchen, wenn man nicht an genau der gleichen Stelle misst, daher sollte man den Klienten immer schön anmalen. Weicht einer der Messwerte aus den 3 Runden um mehr als 1mm ab, so wird noch einmal gemessen. Im Grunde genommen ist diese Messung sehr genau. Misst man mit Wagen kommt es häufig auf Grund dessen, was man vorher so gegessen hat und so weiter zu Schwankungen in der Messgenauigkeit (natürlich sind die Schwankungen je nach Qualität der Waage minimiert).

Diverse Studien haben außerdem untersucht, ob die Hautfaltenmessung zu den Ergebnissen anderer Methoden, wie z.B. Bio Impedanz Analyse (quasi Körperfettanalysewaage) passt. Auffällig hierbei ist, dass bei kleineren Studien größere Schwankungen aufkamen, bei den meisten größeren Studien, waren die Ergebnisse mehr oder weniger die gleichen.

Wie sieht’s bei mir aus?

Hautfaltenmessung bei mir

Man beachte bitte, dass ich die Werte bei mir selbst angenommen habe und sie dementsprechend mehr oder weniger ungenau sind, außerdem habe ich trotz großer Schwankungen nicht noch einmal gemessen. Ich zeige euch nur einmal, wie das Ganze so aussehen kann.

Laut der Summe der 4 Methoden (die am genausten gilt) ist mein Körperfettanteil 26%, nimmt man nur eine (Triceps), wären es 25,9%, was ziemlich gut zur 4-Punkt-Messung passt, nimmt man die Summe von 2 Stellen (Triceps und Schulter) sind es auf einmal 28,3 % (dazu möchte ich aber auch sagen, dass es sehr schwer ist, sich selbst an der Schulter zu messen und die Werte ab zu lesen :P.

Laut 4-Punkt Analysewaage war mein letzter Anteil 31%. Schön an den Werten erkennen kann man, dass ich ein Winkeärmchen habe ;). Mit fast einem cm mehr Fett als am Bizeps fällt das schon auf.

Ellebogenbreite

Was man außerdem mit dem Caliper machen kann, ist die Breite des Ellenbogen (oder anderen Knochen) zu messen. Die Knochenbreite kann nämlich einiges über den Körperbau aussagen. Der eine ist zum Beispiel eher schmal, der andere eher breit gebaut, weswegen es auch keinen Sinn macht sehr dünnen Menschen immer gleich schlimmstes zu unterstellen. Manch einer ist tatsächlich einfach so gebaut und es ist ein für die Person gesundes Gewicht.

In meinem Fall ist der Ellenbogen 64 mm breit, was mich in die Kategorie mittelschwer bzw. Durchschnitt packt. Nimmt man meine Größe dazu, wäre mein Idealgewicht zwischen 63,5 – 70,3. Tja da liege ich drüber. Problematisch bei dieser Methode ist, dass der Körperfettanteil null berücksichtigt wird. Ich weiß zwar bei mir, dass mein Gewicht nicht an der Muskelmasse liegt, da ich mit meinem Fettanteil kurz vor „ungesund“ liege, aber für Sportler ist diese Methode durchaus ungeeignet!

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5 Kommentare

  1. Von dieser Methode hatte ich zwar schon mal gehört, aber wie sie genau funktioniert, wusste ich noch nicht. Ich glaube, für mich wäre das nichts, da ich immer Angst hätte, dass ich zu viele Fehler mache 😉 Und selbst bei dir sind die Schwankungen ja doch enorm… also von unter 25 bis auf über 28%….

    Bleibst du bei dieser Messmethode oder kombinierst du die mit anderen Methoden?

    Liebe Grüße

    1. Für mich selbst bin ich auf die Waage angewiesen, da man sich halt einfach selbst nich richtig messen kann. Und jemanden, der mich zuverlässig misst, habe ich leider auch nicht. 😀

      1. Ja . da ist die Waage dann wohl echt sicherer…
        Was hältst du denn von solchen Messsystemen, die in Ergometern und so verbaut sind? Also die, wo man an solche Messelektroden fasst, kurz wartet und dann einen Wert bekommt. Ist der Wert halbwegs genau?

        Liebe Grüße

        1. Sofern über Hände und Füße gemessen wird, sind die schon sehr genau. Das Problem ist immer, wenn nur über die Füße oder nur über die Hände gemessen wird.
          Es gibt ja diese Körperanalysewaagen, bei denen nur über die Füße gemessen wird und die 4 Punkt (2 Hände, 2 Füße). Diese sind wesentlich genauer, so eine setze ich auch in der Beratung ein und bin da bisher recht zufrieden mit.

          1. Okay, danke! Dann sollte ich den Wert vom Ergometer meiner Mama wohl nicht zu ernst nehmen – das misst nur die Hände.
            Mal sehen, ob ich mir irgendwann mal so eine 4-Punkt-Waage zulege.

            Liebe Grüße

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