Körperanalyse #2: Analysewaagen

Es ist wieder soweit für das sonntägliche Lieblingsthema: Unsere Körperzusammensetzung 😉 Letzte Woche hatten wir die Hautfaltenmessung, diese Woche geht es an die Körperanalysewaagen.

Waagen erhalten ja regelmäßig Kritik bezüglich ihrer Aussagekraft. Einfache Waagen, die lediglich das Gewicht messen, gehen nicht auf die Körperzusammensetzung ein und je nachdem, was man am Tag zuvor gegessen oder getrunken hat, ändert sich das Gewicht und auch die Zusammensetzung.

Trotz allem finde ich diese Waagen doch sehr hilfreich in der Beurteilung des Ernährungszustands. Warum?

Wie funktioniert BIA?

BIA steht für Bioelectrical Impedance Analysis und bedeutet soviel wie bioelektrische Widerstandanalyse. Es geht hierbei darum, dass die verschiedene Dinge im Körper einen unterschiedlichen elektrischen Widerstand haben. Fett hat eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit, verglichen mit Muskeln, Blutgefäßen und Knochen. Hierdurch kann man den Körperfettanteil recht gut isoliert messen. Bei den anderen Anteilen (Knochen, Muskeln, Blutgefäße) ist die Unterscheidung schwerer, wodurch die Aussagekraft des Körperfettanteils größer ist, als z.B. die der Muskelmasse. Bei den meisten Waagen beruht die Muskelmasse z.B. auf Schätzungen auf Basis von Größe, Geschlecht und Alter.

4 Kontate vs. 2 Kontakte

Zwei Kontakte messen entweder an den Händen oder, wie in den meisten Fällen, an den Füßen. Das Körperwasser verteilt sich im Laufe des Tages anders im Körper, in der Regel zieht es auf Grund von Gravitation in die unteren Extremitäten, also die Beine und Füße. Misst man also an unterschiedlichen Tageszeiten oder hat mal mehr oder mal weniger geschlafen, so ist die Messung bei zwei Kontakten weniger zuverlässig. Wenn Fachleute daher Analysewaagen einsetzen, sind es in der Regel 4 Kontakte. Oder aber man nimmt ausschließlich das Gewicht in Kombination mit anderen Analysen, wie der Hautfaltenmessung oder z.B. dem Bauchumfang.

Die Waage in der Praxis: Beispiel Ich 😉

Ich persönlich habe derzeit die Omron BF511. Hierbei handelt es sich eher um ein Einsteigermodell, da es für eine gute Analysewaage noch recht preiswert ist. Schlecht ist sie definitiv nicht und wird auch in vielen Praxen eingesetzt, aber mein Ziel ist es irgendwann eine noch bessere zu besorgen :).

Die Waage speichert jeweils das vorige Ergebnis wodurch man den direkten Vergleich zur vorigen Messung hat. Die beiden Messungen zeigen sehr schön die Probleme, die mit solchen Waagen auftreten können und sind an zwei aufeinander folgenden Tagen aufgenommen worden.

Hintergrund dieser Messungen: Die letzte Woche über habe ich mich auf Grund der Fettabbauphase in einem leichten Kaloriendefizit bewegt, gestern ist auf Grund meines Backtalents (haha) eher genau das Gegenteil passiert, dazu habe ich nach zwei Tagen zu wenig trinken, wieder mehr getrunken. Was passiert? Der Körper möchte möglichst viel davon behalten. Sowohl vom Wasser, als auch von den Kalorien = Fett + Wassereinlagerungen.

Beides sind Dinge, die man bei solchen Waagen berücksichtigen muss. Schwankungen von bis zu 1kg sind normal. Und auch durch andere Verteilung des Körperwassers können Messungen leicht aus der Bahn geworfen werden.

Es gibt übrigens auch ein Foto der Muskelmasse, aber WordPress weigert sich auch nach tausend Versuchen einfach dieses Foto hoch zu laden….

Im Verlauf sieht dieses Jahr bisher so aus. Man sieht hier auch noch recht schön, dass ich mich zu Anfang des Jahres im Muskelaufbau befunden habe, die andere Hälfte im Fettabbau. Hinzu kommt, dass ich durch Krankheit keinen Sport machen konnte, wodurch natürlich auch die Muskelmasse leicht gesunken ist.

 

Fazit

Gute Körperanalysewaagen können was. Man muss die Messungen jedoch mit Vorsicht betrachten und potentielle Fallen/ Schwankungen berücksichtigen. Am meisten Sinn machen diese Waagen, wenn man regelmäßig misst und den Verlauf über einen längeren Zeitraum im Auge behält.

 

Und somit wünsche ich euch einen tollen Sonntag! 🙂

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2 Kommentare

  1. Wenn die Waagen sich am Widerstand, Alter, Geschlecht und Größe orientieren, müssten sie dann nicht auch den Körperbau irgendwie versuchen zu berücksichtigen? Also so zumindest irgendwie grob, ob man eher stabil oder schmal gebaut ist, um das Ergebnis genauer zu machen… oder hat mein Kopf sich da unlogische Dinge zusammengesponnen?

    Dass Wasser im Körper wandert über den Tag verteilt, wusste ich noch gar nicht. Ich wusste nur, dass man natürlich durch das Trinken und Essen auf andere Werte kommt als wenn man gerade dehydriert aufgestanden ist.

    Dafür, dass zwischen deinen Werten nur ein Tag liegt, schwanken die ja echt nicht gerade wenig… aber immer noch weniger als die mit der Hautfaltenmessung, oder?

    Also sollte ich jemals eine Waage kaufen wollen, dann werde ich mir wohl auch ein günstigeres 4-Punkte-Messding zulegen… aber momentan möchte ich mein Gewicht ungern so oft kontrollieren, da es mich nur beunruhigen würde…

    War das der letzte Post zur Körperanalyse oder gibt es da sogar noch mehr Methoden, von denen ich noch nie gehört habe?

    Liebe Grüße

    1. Wie bei den Hautfalten sind auch hier die Durchschnittswerte auf Basis von vielen Messungen so genau wie möglich zusammengerechnet. Allerdings wird hier nicht auf die jeweilige Körperstruktur eingegangen (schmal oder kräftiger). Sehr gute Waagen messen auch die Knochenmasse, was die Berechnungen natürlich genauer macht.
      Im Grunde sind alles „Schätzungen“. Auch der Kalorienbedarf wird ja auf Basis von vielfach getesteten Formeln errechnet. Die individuellen Abweichungen muss man im Endeffekt durch probieren herausfinden 🙂 Jeder Mensch ist da eigentlich eine kleine Wissenschaft für sich, weswegen ich auch sehr sehr wenig von nicht auf die individuelle Person abgestimmten Fitness oder Ernährungspläne halte … 😉

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